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Wirtschaftszahlen

Tschechien liegt im Herzen Europas und grenzt an Deutschland, Polen, die Slowakei und Österreich. Tschechien umfasst die drei historischen Regionen Böhmen, Mähren und Tschechisch-Schlesien (welches sich in Polen fortsetzt) und besteht heute geopolitisch aus 15 kürzlich geschaffenen Regionen und 77 Bezirken. Die Hauptstadt Prag ist die bestentwickelte Region Tschechiens und eine der meistentwickelten Regionen der EU.

 

Makroökonomische Daten 2007

Einwohner

10.287.189

BIP Wachstum

6,5%

Arbeitslosigkeit

5,3% (Prag 1%)

Inflation   

2,8%

Export Volumen

98.644 Mio. €

Import Volumen

95.200 Mio. €

Der wichtigste Faktor zur Schöpfung des BIP ist die industrielle Produktion, besonders die Produktion von Maschinen, Elektrogeräten und Transportfahrzeugen. 2008 wird die Automobilindustrie mehr als 25% der Gesamtproduktion Tschechiens erzeugen und Teile der Automobilindustrie werden mit mehr als 155.000 Arbeitsplätzen 23% des Exports ausmachen.

Ein weiterer wichtiger Zweig ist die Produktion von Elektrogeräten, welche in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum (auf aktuell 16%) vorweisen konnte. Diese Tatsache und wachsende Industrien wie Feinmechanik oder die Nahrungsmittelindustrie beweisen, dass die tschechische Produktion ihren »Schwerindustrie«-Beigeschmack verliert.

Das wirtschaftliche Wachstum bewirkt wachsende Export- und Personalnachfragen. Die Arbeitslosenrate ist 2007 auf 5,3% gesunken. Die tschechische berufstätige Bevölkerung macht ungefähr 5,7 Mio. Beschäftigte aus: 4,9 Mio. unselbständig Beschäftige und 800.000 Unternehmer/innen (78% davon ohne Angestellte/n).

2007 war der tschechische Export hauptsächlich auf EU Länder (85%) fokussiert. Deutschland (31% des Exports), die Slowakei (14%), Frankreich (12%), Großbritannien (5%), Italien (5%) und Österreich (5%) gehören zu den wichtigsten Geschäftspartnern Tschechiens.

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INVESTITIONSMÖGLICHKEITEN

Seit dem Beitritt Tschechiens zur EU ist das Angebot an Handels- und Investitionsmöglichkeiten gestiegen. Es wird erwartet, dass Exporteure weiterhin vom wirtschaftlichen Aufschwung Tschechiens profitieren werden, da bedeutende Verbesserungen in den Bereichen Schadstoffbekämpfung, Telekommunikationsequipment und -service, Energieerzeugung und -distribution, Wohnbau und städtische Infrastruktur sowie im Gesundheitswesen stattfinden.

Pro Kopf gemessen, ist Tschechien in den letzten Jahren bei weitem das erfolgreichste Land für ausländische Direktinvestitionen in Mitteleuropa. Laut Schätzungen werden bis 2010 jährlich durchschnittlich 3 bis 5 Milliarden Dollar ins Land fließen.

Für EU-Unternehmen bietet Tschechien eine kostengünstige, hohen Ertrag versprechende Investitionsmöglichkeit, nah am Heimatland und ohne Einschränkung in der Mobilität von Arbeitskräften. Eine Stärkung der Tschechischen Krone, der Landeswährung, unterstützt die Investitionsmöglichkeiten weiter.

Der Hauptgrund für ausländische Direktinvestitionen ist immer noch die große Anzahl an gut ausgebildeten und die in vielen Bereichen kostengünstigen Facharbeiterinnen/Facharbeitern. Die Situation ändert sich jedoch und es wird zunehmend schwieriger, Expertinnen/Experten für bestimmte Bereiche zu finden. 

Die Hauptstadt Tschechiens, Prag, verfügt über einen eigenen internationalen Flughafen mit einer der größten Passagier- und Cargokapazitäten der CEE-Länder, Zug- und Busbahnhöfe und Autobahnanschlüsse an Deutschland und die Slowakei, was die Stadt als Logistik- und Distributionsknotenpunkt für Deutschland, Österreich, die Slowakei und Polen perfekt gelegen macht.

Prags strategisch günstige Lage macht die Stadt äußerst attraktiv als Standort für Konzernzentralen oder regionale Zweigniederlassungen. Die steigende Anzahl von luxuriösen Büroräumlichkeiten mit noch leistbaren Mieten macht Prag in dieser Hinsicht höchst interessant. DHL, Logica CMG, Accenture und andere Unternehmen haben ihren CEE-Hauptsitz bereits in Prag und weitere Unternehmen haben dies in Planung. Weitere Faktoren, wie z.B. zahlreiche kulturelle und sportliche Möglichkeiten, ein gutes öffentliches Verkehrsnetz und viele Parks sorgen für eine hohe Lebensqualität und damit auch für eine hohe Produktivität. Seit April 2008 ist Prags Lage sogar noch attraktiver, da Tschechien nun völlig der Schengen Zone angehört.

Tschechien wird dieses Jahr nach Belgien und der Slowakei (pro Kopf) drittgrößtes autoherstellendes Land der Welt sein. Derzeit gibt es zwei große Automobilhersteller: Skoda (Teil der Volkswagen Gruppe) und TPCA. Ein dritter, nämlich Hyundai, errichtet gerade eine Fabrikanlage im Nordosten Mährens.

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BILdung, Personal und Arbeitsmarkt

2006 waren Skoda Auto, Foxconn, Arcelor Mittal Steel, TPCA Automotive und Panasonic AVC - gemessen am Ertrag - unter Tschechiens Top 10 Unternehmen. Sie fanden höchst zufriedenstellende Bedingungen in Tschechien vor. Die größten Investitionen in ihren tschechischen Zweigstellen machten Unternehmen wie Hyundai Motor, Tesco, Asus und Raiffeisenbank. Alle loben Tschechiens hochqualifizierte, kostengünstige und verfügbare Arbeitskräfte.

Jungen Menschen haben die Möglichkeit, an einer von Tschechiens 27 Universitäten – einige davon staatlich, andere privat – zu studieren. Der Staat finanziert alle Kosten für die Ausbildung an staatlichen Universitäten sowie Grundschulen und weiterführenden Schulen mit 4,5% des BIP (0,6% für Universitäten). 2006 haben 81.932 Technikstudenten/-studentinnen ihr Studium abgeschlossen, 49.608 Studenten/Studentinnen in Sozialwissenschaften und 25.382 Studenten/Studentinnen in Naturwissenschaften.

Tschechien verfügt über eine große Anzahl an talentierten Fachkräften in den Bereichen Wissenschaft und Technologie. Das Land gehört mit 8,4 Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen und Technikern/Technikerinnen in der F&E pro 1000 arbeitenden Personen zu den führenden CEE-Ländern im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung. Im Vergleich dazu ist dieses Verhältnis in der Slowakei 5,4, in Ungarn 5,5, in Polen 4,6 und in Rumänien 3,4. Durch die geringe Größe des Landes und die kleinen lokalen F&E-Budgets müssen sich viele tschechische Top Wissenschafts- und Technologiefachkräfte zwischen unangenehmen Standortwechseln zu Gunsten besser bezahlter Karrieremöglichkeiten im Ausland oder oft wenig herausfordernden, schlecht bezahlten heimischen Jobs entscheiden. Einige ausländische Hightech-Unternehmen haben diese Möglichkeiten schon erkannt. Weltführende IT- und Technologiefirmen wie Oracle, HP, IBM, SAP, SUN, Microsoft, Siemens und Honeywell sind in Tschechien bereits bestens etabliert und wachsen stetig.

Der Level an Fremdsprachenkenntnissen wächst ständig. 40% der tschechischen Bevölkerung beherrscht Deutsch (jedoch meist die ältere Generation) und etwa 27% sprechen Englisch oder Russisch. Ein Drittel der tschechischen Bevölkerung spricht zwei Fremdsprachen. Die Lage ist besonders gut bei jungen Menschen unter 30: die meisten sprechen Englisch und Deutsch.

2007 lag das durchschnittliche Einkommen bei 22.382 CZK pro Monat (etwa 934 EUR), es ist in den letzen Jahren gestiegen, aber immer noch weniger als halb so hoch wie in den länger etablierten EU Mitgliedsstaaten. Seit 1. Januar 2007 ist der Mindestlohn 8.000 CZK pro Monat. Die Lohnsteuer liegt pauschal bei 15%. Krankenversicherung und Sozialversicherungsbeitrag betragen 13,5% des Bruttoeinkommens (Arbeitnehmer/in), weiter trägt der/die Arbeitgeber/in zum Pensions-, Sozial- und Krankenversicherungssystem mit 35% bei. Das bedeutet, wenn ein/e Arbeitnehmer/in ein Bruttoeinkommen von 20.000 CZK pro Monat hat, sind die Kosten für den/die Arbeitgeber/in (einschließlich Sozialversicherung, Pensions- und Krankenversicherung) 27.000 CZK pro Monat (35% auf das Bruttoeinkommen des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin). Dies bezieht sich auf reguläre Vollzeitarbeitsverträge. Die Arbeitsverträge müssen Arbeitsinhalte (Aufgaben), Arbeitsplatz, Eintrittsdatum, Gehaltsbedingungen, Zahltag, Arbeitsdauer, bezahlten Urlaub und Kündigungsfrist beinhalten. Die übliche Probezeit beträgt drei Monate.

Die übliche Arbeitsdauer in Tschechien beträgt acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche. Laut Arbeitsgesetz dürfen Angestellte zwar Überstunden machen, jedoch nicht mehr als 150 Stunden pro Jahr. Bis zu einem gewissen Grad kann dies jedoch ausgeweitet werden. Arbeiter/innen, Techniker/innen und andere Produktionsangestellte, welche Schicht arbeiten, wechseln ihre Schicht um 6 Uhr, 14 Uhr und 22 Uhr. Andere Arbeitnehmer/innen, welche Gleitzeit haben, arbeiten meist von 9 bis 17 Uhr.

Es gibt 13 gesetzliche Feiertage in Tschechien. Die Arbeitnehmer/innen haben laut Arbeitsrecht vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr und einige Unternehmen fügen als Vergünstigung noch eine fünfte Woche im Jahr hinzu.

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David Petrů,
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