Wirtschaftszahlen
In den Prognosen herrscht grundsätzlich Einigkeit darüber, dass die ungarische Wirtschaft im Jahr 2008 wachsen wird, wenn auch in sehr kleinen Schritten. Trotz merkbar gestärktem internem und externem Gleichgewicht werden die Realeinkommen nur wenig ansteigen. Die Inflation wird langsam abnehmen.
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Das Wirtschaftswachstum wird im Vergleich zu den restlichen neuen EU Mitgliedsstaaten gering sein. Die steigende Inlandsnachfrage (hauptsächlich durch Investitionen geschaffen) gleicht einen Teil der sinkenden Exportnachfrage aus. Hauptmotor des wirtschaftlichen Wachstums ist immer noch die Industrie, von der man ausgeht, dass sie bis Ende 2008 um 5-6% wachsen wird. Der Dienstleistungssektor kann sich auch dieses Jahr auf relativ günstige Voraussetzungen freuen. Der Transportsektor jedoch wird sich voraussichtlich langsamer als im letzten Jahr entwickeln. Der Transittransport stieg zuletzt, hauptsächlich aufgrund des EU Beitritts von Rumänien und Bulgarien, schnell an; derzeit kann dieser Sektor jedoch keine vergleichbar vorteilhaften Gegebenheiten erwarten. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse 2007 können wir für das Jahr 2008 nur eine Verbesserung in der landwirtschaftlichen Produktion erwarten. Eine gesteigerte landwirtschaftliche Produktion wird zudem auch die Inlandsnachfrage erhöhen. Der Finanzsektor sieht neue Marktchancen durch eine Co-Finanzierung der EU Projekte (Ungarn beginnt 2008, beachtliche Summen an EU Geldern zu nutzen).
Momentane Situation und Prognose |
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Schlüsselindikatoren |
2007 |
2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
2012 |
BIP Wachstum real (%) |
1,3 |
2,5 |
3,6 |
3,9 |
3,7 |
3,5 |
Inflation (durchs. in %) |
8,0 |
5,7 |
3,3 |
2,6 |
2,4 |
2,2 |
Budgetdifferenz (% des BIP) |
-5,6 |
-4,1 |
-3,2 |
-2,9 |
-2,7 |
-2,4 |
Leistungsbilanz (% des BIP) |
-5,6 |
-5,9 |
-6,4 |
-6,7 |
-6,2 |
-5,8 |
Kurzfristiger Zinssatz (durchs. in %) |
6,9 |
6,8 |
6,5 |
6,7 |
6,2 |
5,7 |
Wechselkurs Ft:US$ (Durchschnitt) |
183,6 |
171,5 |
186,1 |
187,9 |
186,5 |
185,6 |
Wechselkurs Ft:€ (Durchschnitt) |
251,3 |
250,0 |
247,0 |
240,0 |
235,0 |
232,0 |
Quelle: The Economist
Der Export bleibt eine der wichtigsten Antriebskräfte der Wirtschaft, aber er wird aufgrund der sich begrenzenden europäischen Geschäftsmöglichkeiten einen Teil seiner Dynamik verlieren. Die große Mehrheit unseres Exports ist auf die EU ausgerichtet. Auf der anderen Seite wird der Import durch verstärkte Investitionen auf dem gleichen Stand bleiben. Das Leistungsbilanzdefizit bleibt ungefähr gleich – bei fünf Milliarden Euro.
Es wird erwartet, dass die Nominaleinkommen langsamer als letztes Jahr steigen. Das Wachstum der Bruttoeinkommen wird 8% im Wirtschaftssektor und 7% im öffentlichen Sektor betragen. Die realen Gehälter werden um 0,5-1% steigen.
INVESTITIONSMÖGLICHKEITEN
Allgemein erwartet man einen Anstieg der Investitionen um ungefähr 5%. Der öffentliche Dienst wird aller Voraussicht nach einen Stillstand erleben, wohingegen die Bauindustrie und der Handelssektor moderat wachsen werden. Der landwirtschaftliche Sektor wird bei durchschnittlichen Wetterbedingungen ein dynamisches Wachstum erzielen können. Relative Wettbewerbsvorteile der ungarischen Wirtschaft sind die Handels- und Investitionsfreiheit, die weite Verbreitung von ausländischem Eigentum, der relativ hohe Bildungsgrad der Bevölkerung und die traditionell gute wissenschaftliche Ausbildung und Forschung. Nachteilige Faktoren sind die hohen Sätze und die unvorteilhafte Struktur des Steuer- und Abgabensystems, welche beträchtliche Summen auf die erwerbstätige Bevölkerung umlegt und so ein hohes Maß an Umverteilung der Einkommen auslöst.
Die Maßnahmen der Regierung sind nicht immer vorhersehbar, da das Parlament in zwei fast gleichstarke Oppositionen geteilt ist. Momentan regiert die Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) zusammen mit der Ungarischen Liberalen Partei (SZDSZ). Diese beiden haben zwar die stabile Mehrheit im Parlament, haben jedoch durch unpopuläre restriktive Maßnahmen und einen Skandal um den Premierminister sehr an Beliebtheit und Glaubwürdigkeit verloren. So hat die Opposition (hauptsächlich die FIDESZ – eine rechtsgerichtete, konservative Partei, die die größere Macht in der Opposition bildet) sehr gute Chancen, die nächsten Wahlen im Jahr 2010 zu gewinnen. Nichtsdestotrotz bedarf das Sozial- und Gesundheitssystem ohne Frage einer strukturellen Reform. Die Betonung dabei liegt auf dem »Wie«.
Der Zufluss an Betriebskapital ist seit 1990 traditionell hoch, in den letzten Jahren war dies ungefähr drei bis vier Milliarden Euro jährlich. Die Rentabilität der Unternehmen bleibt seit Mitte 2000 konstant über 10%. Die Produktivität der Arbeitsbevölkerung (BIP/Angestellten) ist in Ungarn außergewöhnlich hoch.
Arbeitsmarkt: Ausbildung, Personal und Arbeitsplätze
Die Bevölkerungsanzahl in Ungarn beträgt ca. 10.000.000 Personen, 57% der Menschen im erwerbsfähigen Alter sind angestellt (ca. 3.900.000 Personen). Dies ist deutlich niedriger als die durchschnittliche Angestelltenquote der EU. Das Vorhaben, eine Beschäftigung zu finden, ist besonders unter den »ältesten potenziellen Angestellten« (zwischen 55 und 64) niedrig, weil viele von ihnen zur Rente oder vergleichbarer Unterstützung berechtigt sind. Als Ungarn Anfang der Neunziger Jahre in den Umbruch zur Marktwirtschaft startete, war die Altersgrenze für die Pension niedrig (55/60 für Frauen/Männer), und blieb das auch bis zum Jahre 1997. Außerdem versuchten viele Menschen der Arbeitslosigkeit zu entrinnen, indem sie sich aufgrund von Arbeitsunfähigkeit frühpensionieren ließen.
Laut neuesten Studien macht der Anteil der Menschen mit Hochschulabschluss gemessen an der gesamten Bevölkerung ungefähr 15% aus, wobei dieser Anteil generell in den größeren Städten höher ist. Ungefähr 66% der arbeitenden Bevölkerung hat eine technische, berufsbildende oder höhere Schulausbildung. Die räumliche Mobilität der arbeitenden Bevölkerung ist aufgrund von überdimensional hohen Kosten eines Umzugs im Vergleich zu den Gehältern relativ niedrig.
2008 beträgt der durchschnittliche Monatslohn 185.000 HUF (ca. 740 EUR). Der Angestellte erhält davon 116.000 HUF netto, die Arbeitgeberkosten belaufen sich auf 248.000 HUF im Monat. In den oberen Gehaltsschichten gibt es relativ große Unterschiede zwischen den Gehältern, die vom Sektor, der Unternehmensgröße und den Eigentumsverhältnissen abhängen. Große multinationale Unternehmen bezahlen höhere Gehälter, vor allem auf höheren Hierarchieebenen. Geographisch gesehen sind die Einkommen im östlichen Teil des Landes niedriger und die Arbeitslosenrate ist höher.
Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften hat in den letzten Jahren konstant zugenommen. Die Entwicklung des Bildungssystems hat grundsätzlich diese Nachfrage erfolgreich gestillt, vor allem auf den höchsten Bildungsebenen. Die Erwachsenenbildung und die Berufsausbildung liegen jedoch weit hinter dem westeuropäischen Bildungsniveau. 11% der Bevölkerung haben eine Fremdsprache auf mittlerem Level oder Maturaniveau abgeschlossen, wobei die Situation unter jungen Männern verhältnismäßig besser ist. Englisch und Deutsch sind die am häufigsten gesprochenen Fremdsprachen.
Ungarn trat dem sogenannten Bologna Prozess bei und startet seit 2006 Ausbildungsprogramme nur noch in Abstimmung mit dem Bologna System. In den Bereichen der Ingenieurwissenschaften, Medizin und Wissenschaft kann Ungarn auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken.
Kompetente Personalberatung vor Ort
1989 eröffnete das HILL Netzwerk sein zehntes Büro in Budapest, welches das erste in Zentral- und Osteuropa war. HILL Ungarn, das erste Unternehmen für Personalsuche & Auswahl dieser Region, erhielt 1997 die ISO-Zertifizierung.
Heute ist HILL in Ungarn mit vier Büros in Budapest, Debrecen, Szombathely und Pécs vertreten. Unsere Experten arbeiten in der Regel bereits seit sieben bis acht Jahren für HILL. Zusätzlich zu den Such- und Auswahlprozessen und der Managementberatung bieten wir Organisationsentwicklung und Trainings an.
HILL Ungarn in Zahlen:
- über 3.500 vermittelte Kandidaten und Kandidatinnen
- über 42.000 Interviews
- über 18.000 psychometrische Tests
- über 7.500 präsentierte Kandidatinnen und Kandidaten
- neun aktive Berater
- sechs unserer Berater haben einen CMC (Certified Management Consultant) Titel von FEACO
- Unsere Kollegen sprechen sechs Sprachen: Ungarisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Russisch
- Unsere Berater haben großteils mehr als einen akademischen Titel einschließlich vier MBAs
HILL International Ungarn wird durch die Erfahrung und Fachkompetenz des HILL Netzwerkes unterstützt. Über 30 Jahre Personal- und Managementberatung, wissenschaftliche Methodik und ein ausgedehntes Netzwerk in Europa und Zentralasien ermöglichen es HILL, erfolgreiche Beratung in allen Bereichen von Personal und Management zu bieten.
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