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WIRTSCHAFT

Die Finanzkrise bewirkt einen Wirtschaftsrückgang wie es ihn seit den frühen 1980er Jahre nicht mehr gab. Betrug das Wirtschaftswachstum 2007 noch 3,5% und 2008 2%, so erwartet das nationale Planungsamt CPB (Bureau for Economic Policy Analysis) für 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 3,5%, und auch für 2010 wird mit einer weiteren Schwächung von 0,25% gerechnet. Exportfirmen sind von der internationalen Wirtschaftskrise besonders stark betroffen. Auch private Investitionen von im Ausland Ansässigen werden schwieriger: nicht nur wegen verminderter Produktion, sondern auch weil die Finanzquellen langsam versiegen.

Die Niederlande sind eine Dienstleistungsgesellschaft mit den zwei tragenden Säulen Transport (Logistik) und Finanzdienstleistungen. Beide sind zu einem hohen Grad Ausdruck der Rolle der Niederlande als »Tor zu Europa«, schließlich ist Europas mit Abstand wichtigster Hafen Rotterdam. Der Flughafen Schiphol (Amsterdam) ist fünftwichtigster in Europa und konnte als einer der wichtigsten Geschäftsdrehscheiben Europas in den letzten Jahrzehnten über 100 internationale Auszeichnungen für sich gewinnen.
 
Textfeld: Makroökonomische Daten  BIP pro Kopf 2008	EUR 29.100  BIP gesamt 2007	EUR 560 Mrd.  Wachstum im BSP 2008	3,5%  Inflation 2008	2,1%   Export von Waren & Dienstleistungen 2008	EUR 367 Mrd.  Import von Waren & Dienstleistungen 2008	EUR 332 Mrd.  Arbeitslosenrate	3,9% (März 2009)

Der tertiäre Sektor trägt gut zwei Drittel zum niederländischen Bruttosozialprodukt bei und bindet einen ähnlich hohen Prozentsatz an Beschäftigten.

2008 haben die Niederlande im Außenhandel neue Rekordzahlen vorgelegt. Bei 367 Mrd. Euro Export (+ 5,76%) und Importen in der Höhe von 332 Mrd. Euro (+ 8,14%) betrug der Außenhandelsüberschuss 35 Mrd. Euro.

Ein traditionell wichtiger Wirtschaftsbereich ist außerdem die stark international ausgerichtete niederländische Agrarwirtschaft. Ihr Anteil am Bruttosozialprodukt und an der Gesamt-Beschäftigung liegt bei rund 9,4%. Die Niederlande sind eine der größten
Agrarexportnationen der Welt (derzeit Nr. 2). Mit einem Nettoexportwert von ca. 23,5 Mrd. Euro macht der Agrarsektor mehr als 60% Prozent des gesamten niederländischen Handelsüberschusses aus. Rund 55% der Gesamtfläche der Niederlande wird landwirtschaftlich genutzt, Gewächshäuser decken eine Fläche von rund 70.000 ha ab.

Neue Prognosen sagen eine Erholung des Welthandels und eine Verbesserung der Bewilligung von Krediten voraus, welche das wirtschaftliche Wachstum der Niederlande stimulieren werden. Es herrscht jedoch Unsicherheit über den Zeitpunkt der Erholung. Die Arbeitslosigkeit wird jedenfalls in den nächsten zwei Jahren noch steigen.

Die ungünstige wirtschaftliche Situation wird auch im Staatshaushalt sichtbar werden. Der Budgetüberschuss 2008 wird sich in ein Defizit von 2,4% des Bruttosozialproduktes bis 2010 umkehren. Dies ist hauptsächlich auf niedrigere Steuern und Sozialabgaben sowie sinkende Erdgaserträge in Kombination mit steigenden Ausgaben aufgrund von Arbeitslosenzahlungen zurückzuführen.

Die Umsatzsteuer in den Niederlanden beträgt 19%.

 

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